Testberichte

OKI C310dn: Sehr Gut [Business & IT, 08/2011]

19/08/2011

Farblaser fürs Büro

award_c310dn_business-it_sehrgut_08-2011_250px.jpgAngesichts der Preisentwicklung der letzten Jahre stellt sich die Frage "Tinte oder Laser?" praktisch nicht mehr. Denn die Mittelklasse der aktuellen Farblaser-Generation ist für kleine Arbeitsgruppen und fürs Home Office bestens geeignet ist gut ausgestattet und zudem recht preiswert. Wir haben fünf aktuelle Geräte unter die Lupe genommen.

Sollte unser Foto oben den Eindruck vermitteln, mit Farblaserdruckern lassen sich nun auch entgegen der hinlänglichen Meinung
Fotos drucken, täuscht dieser nicht ganz: Feinere Druckauflösungen, Toner-Partikel mit Glanzeffekt und spezielle Fotopapiere für Laserdrucker machen es durchaus möglich. Allerdings ist ein Randlosdruck noch nicht möglich, und man muss beachten, welche Papierstärken und Papiergewichte der Laserdrucker verarbeiten kann. Einige Modelle wie OKIs C310dn mit der Qualitätseinstellung "Foto" oder Samsungs CLP-620ND mit der Hochglanz-Option verdeutlichen, dass man mit einem Laserdrucker auch Fotos ausdrucken kann. Unser Hauptaugenmerk im Test lag aber auf der Bürotauglichkeit der Geräte, denn hier sollten sie ihre Stärken voll ausspielen. Unsere Testgeräte kosten zwischen 307 und 387 Euro (Straßenpreis laur der Webseite www.idealo.de zum Redaktionsschluss). Der Seitendurchsatz pro Minute pendelt zwischen 20 und 24 Seiten im Kopier- sowie Entwurfsmodus. Alle Drucker haben eine Duplexeinheit für den automatischen Zweiseitendruck an Bord. Das Testfeld ist netzwerkfähig (LAN) oder als Arbeitsplatzdrucker per USB 2.0 ansteuerbar.

Ersteinrichtung/ Installation
Zwar lassen sich die Drucker mit einem Gewicht von 21 bis 27 Kilogramm durchaus von einer kräftigen Person alleine auspacken, von den Herstellern wird aber durchgängig ein Auspack- und Transport-Duo empfohlen. Die Drucker und Druckerteile sind mit vielfältigen Transportsicherungen aus Plastik, Folie oder Papier geschützt. Aufkleber, Handzettel oder Flyer beschreiben deren Beseitigung sowie den Ersteinsatz der Tonerkartuschen. Bei allen Druckern sind diese Beschreibungen gut verständlich und reich bebildert. Haben Sie die Papierkassette (bei allen Testgeräten im Druckergehäuse gut geschützt integriert) mit kompatiblem Druckpapier befüllt, schließen Sie den Drucker an der Steckdose an und schalten ihn erstmals ein. Über bestimmte Menüpunkte lässt sich auch ohne PC eine Kontrollseite ausdrucken. Hier können Sie überprüfen, ob alles richtig eingebaut wurde und alle Transpoftsicherungen entfernt sind. Ist das nicht der Fall, kommt es in der Regel zu Fehlermeldungen auf dem Display oder - wie beim Canon LBP7200Cdn - zu einem Blinken der LED-Kontrollleuchten im Bedienfeld des Druckers. Ein Nachteil, den alle Drucker für sich beanspruchen können: Es steht kein gedrucktes Handhuch mehr zur Verfügung, in dem sich einmal schnell eine Fehlermeldung nachschlagen lässt. Man ist auf ein Handbuch angewiesen, das in der Regel nur noch digital mitgeliefert wird. Hier heißt es dann, nicht die Geduld zu verlieren und sich durchzuklicken. Die Treiberinstallation ist in der Regel selbsterklärend und schnell erledigt. Je nach Modell wird man während der Installation aufgefordert, den gewünschten Anschluss (LAN oder USB) zu wählen. Man schließt dann das entsprechende Kabel an (LAN-Patchkabel oder USB-Kabel lagen bei den Testgeräten nicht bei) und folgt den weiteren Installationsanweisungen des Herstellers.

Druckgeschwindigkeit
Alle Drucker erfüllten den vom Hersteller avisierten Seitendurchsatz pro Minute. Allerdings ist hier zu beachten, dass sich diese Angaben auf den Mehrfachdruck CKopiermodus) einer Testseite beziehen. Wir nutzen zur Überprüfung den sehnellstmäglichen Modus, den der Anwender im Druckertreiber wählen kann. Oft ist dieser Schnelldruck mit Qualitätsverlust verbunden. Es wird die niedrigste Druckauflösung bei minimalem Toner-Auftrag gefahren, praktisch ein Entwurfsdruck für interne Handouts oder Layoutkontrollen ausgegeben. Die besten Werte beim Normaldruck in Farbe oder auch nur bei Textdokumenten in Schwarzweiß erreichten der Brother HL-4150CDN und der magicolor 3730DN von Konica Minolta. Hier hatte der i-Sensys LBP7200Cdn von Canon das Nachsehen, weil schon seine Grundausstattung auf nur 20 Seiten pro Minute statt der 24 Seiten der genannten Geräte ausgelegt ist. Der OKI C310dn kommt sehr nahe an die Bestwerte heran, Samsungs CLP-620ND tendiert da eher zu den erwas schlechteren Zeiten des Canon-Druckers. Für kleine Arbeitsgruppen oder das Office eines Selbstständigen sind diese kleinen Unterschiede, wenn auch nachweisbar, sicher zu verschmerzen. Zumal in diesem Arbeitsumfeld in der Regel Dokumente vom Ein- bis Fünfseiter auf der Tageordnung stehen.

Druckqualität
Farblaser schafft man sich in der Regel an, wenn man seine Firma oder seine Produkte interessant präsentieren möchte, um Lagepläne zu erstellen oder um grafische Arbeiten auszudrucken. Deshalb sollte ein Farblaserdrucker vom Vollflächendruck bis hin zur feinsten Linie seine Druckaufträge in sehr guter Qualität ausführen. Sehr gut haben uns hier die Ergebnisse des Testsiegers von Brother und vom Lasendrucker aus dem Hause Samsung gefallen. Neben einem sauberen Vollflächendruck sind auch feine Linien ohne Unterbrechung gezogen und die Farbübergänge erst unter dem Mikroskop als kleine gezackte Punktlinien zu lesen. Beim Textdruck konnte der C310dn von OKI punkten. Die satte Textschwärzung und die saubere Randschärfe der Textzeichen (kaum verirrte Satellitenpünktchen vom Toner) vom Brother und OKI konnten nur annähernd von der Konkurrenz erreicht werden. Konnte der OKI beim Textdruck noch punkten, machte er beim Druck von Fotodateien keine so gute Figur. Hier waren die Ausdrucke zu dunkel, man muss im Druckertreiber an der Heltigkeitseinstellung drehen, um diese GrundeinsteIlung zugunsten der Bildqualität zu korrigieren. Für den Fotodruck hat Samsung eine gute Mischung aus Helligkeit, Kontrast und Farbgenauigkeit getroffen. Deshalb gab es für den Drucker aus Korea in diesem Qualitätskriterium die höchste Bewertung.

Was sonst noch auffiel
Bei allen Druckern erfordern der Austausch von Toner-Patronen sind das Nachlegen von Printmedien keine besonderen Vorkenntnisse. Zum Teil sind an den entsprechenden Stellen im Drucker Aufkleber angebracht, die mit kurzem Wortlaut und reichlich bebildert den Wechsel von Verbrauchsmaterialien beschreiben. An der Vorderseite des Brother-Gehäuses ist ein zusätzlicher USB-Port untergebracht. Hier kann man einen USB-Stick einstecken und unter Umgehung eine PCs Inhalte direkt vom Stick drucken. Bei diesem Direktdruck werden unter anderem Dokumente in den Formaten PDF, JPEG oder TIFF unterstützt. Dokumente von Microsoft Office Word müssen Sie allerdings erst ins PDF-Format wandeln. Alle Testmodelle bis auf das Modell magicolor 3730DN von Konica Minolta lassen sich optional mit einer zusätzlichen Papierkassette ausrüsten. Der Papiervorrat erhöht sich damit bei einigen Geräten um mehr als das Doppelte. Standard bei allen Druckern ist eine Papierkassette für bis zu 250 Blatt Normalpapier bei einem Papiergewicht von 80 g/m². Das Bedienfeld beim Canon LBP-7200Cdn ist mit einigen LCD-Lampen zur Statusanzeige und einem Abbruchknopf recht spärlich ausgelegt. Alle anderen Drucker bieten ein monochromes LCD-Display zur Menünavigation, Statusanzeige und Geräteeinstellung direkt am Drucker. Alle Drucker verbreiten nach der Ersteinrichrung und den ersten Druckversuchen einen technischen Geruch, der sich aber nach und nach verflüchtigt. Beim Konica Minolta muss man bei der Platzwahl für den Drucker beachten, dass der Papierauswurf sowie die Vorlage für Sondermedien quer zur Gerätevorderseite erfolgen.

Fazit
Alle getesteten Drucker erledigen die gestellten Aufgaben zuverlässig und flott mit den beschriebenen Unterschieden in puncto Druckgesehwindigkeit und -qualität. Der Vorsprung des Testsiegers von Brother resultiert letztlich aus der Ausgewogenheit in allen Testkriterien. Alle Testmodelle benötigen in etwa die gleiche Stellfläche und sind in der Frage der Gräteausstattung nahezu identisch. Lediglich das Modell von Canon fällt hier mit dem etwas altertümlich anmutenden Bedienfeld am Drucker aus dem Rahmen. Sehr gut hat uns gefallen, dass über den Druckabbruchknopf bei allen Geräten der Druck auch sofort unterbrochen wird und damit kein überflüssiger Toner in den Papierkorb wandert. Wenn man die Drucker am Netzschalter ausschaltet, verbrauchen sie auch keinen Strom mehr. Alle Geräte im Test sind für den Einsatz in kleinen Büros oder bei Selbstständigen gut geeignet, am besten natürlich der Testsieger von Brother. [Holger Lehmann]

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