Testberichte

OKI MC361dn: Testsieger [MACup.com, Ausgabe 03/2011]

07/03/2011

Scan-Fax-Kopier-Drucker

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Farblaserbasierte Multifunktionsgeräte gibt es in mehreren Preisklassen. MACup testet jeweils zwei Geräte der Einstiegs- und Mittelklasse.

A4-Multifunktionsgeräte auf Basis von Laser- oder LED-Druckern gibt es in verschiedenen Varianten und in unterschiedlichen Preisklassen. Für welchen Einsatzzweck ist welches Gerät am besten geeignet? Ist ein wesentlich teureres Gerät auch automatisch wesentlich besser als die günstigere Variante? Der Test von vier Geräten aus zwei Preiskategorien zeigt, dass teurere Geräte bei der Druckgeschwindigkeit und vor allem bei der Ausstattung besser abschneiden. Wenn es aber um die Druckqualität oder ums Scannen geht, brauchen sich die kleinen Geschwister nicht vor den opulenten Varianten zu verstecken. Sie haben zum Teil sogar die Nase deutlich vorn.

DAS TESTFELD
Die Basis der vier Geräte im Test sind One-Pass-Druckwerke, die alle vier Farben in einem Arbeitsgang verarbeiten und somit beim Farbdruck ähnlich schnell sein können wie beim Textdruck. Zwei davon arbeiten klassisch mit einem Laser zur Belichtung der Bildtrommel, zwei mit LED-Leisten. Zwei Geräte leisten weniger als 20 Seiten pro Minute, zwei mehr. Im 1355cnw von Dell steckt ein brandneues LED-Druckwerk von Fuji-Xerox. So schafft es Dell, ein sehr kompaktes Gerät auf den Markt zu bringen, das trotz der geringen Größe mit One-Pass-Technologie arbeitet.
Eine weitere Besonderheit dieses Modells: Außer dem Toner gibt es kein austauschbares Teil. Drucktrommel und Fixiereinheit sind auf die Gesamtlebensdauer des Druckers ausgelegt. Mit einer Minutenleistung von 15 Schwarz-Weiß und 12 Farbseiten gehört das Gerät zu den Langsameren, aber auch zu den Günstigen im Test. Von HP stammt der preiswerteste Drucker im Testfeld, der LaserJet Pro CM1415fnw. Vom Vorgänger unterscheidet er sich vor allem durch das große Touch-Display, das zum einen die Bedienung erheblich vereinfacht, zum anderen in Zukunft auch den Zugriff auf die neuen Internetfunktionen von HP erlaubt. Das dritte Testgerät stammt von OKI und arbeitet wiederum mit LED-Technik. Der neue MC361dn ist nur wenig größer als die beiden Modelle von Dell und HP, gehört aber mit einer Druckgeschwindigkeit von über 20 Seiten pro Minute schon in das nächsthöhere Preis- und Leistungssegment. OKI hat bei den neuen Multifunktionsgeräten auch die Scanner-Einheit selbst entwickelt, die Duplex-Einheit für doppelseitigen Druck ist fest im Gerät integriert. Da man so eine kompakte Lösung für das doppelseitige Drucken gefunden hat, wurde diese auch gleich für den automatischen Dokumenteneinzug des Scanners angepasst. Als einziges Gerät im Test kann der MC361dn nicht nur doppelseitig drucken, sondern auch scannen. Samsungs CLX-6250FX ist als viertes Gerät im Test auch das größte, schwerste und laut Datenblatt schnellste. 24 Seiten pro Minute, sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe, und ein Listenpreis von über 1000 Euro zeigen klar, dass dieses Modell nicht mehr für Einsteiger gedacht ist. Samsung arbeitet mit einem Laser-Druckwerk mit One-Pass-Technik.

QUALITÄT
Betrachtet man den Textdruck der vier Kandidaten, findet man nur geringe Unterschiede in der Qualität. Keiner zeigt störenden Tonernebel, alle vier drucken scharf und sauber. Beim Druck von Bildern sieht es ähnlich aus. Bei genauem Hinsehen merkt man bei allen Geräten, dass sie mit Laser oder LED arbeiten. Das Druckraster ist sichtbar, und somit können die Ergebnisse nicht mit denen eines Tintendruckers mithalten. Ganz abgesehen davon, dass keines der Testgeräte randlos oder auf Fotopapier drucken kann. Für den Druck auf hochwertigen Laserpapieren ist die Qualität völlig ausreichend. Sichtbare Unterschiede zeigen sich erst beim Grafikdruck, vor allem, wenn gleichmäßige Farbflächen ins Spiel kommen. Der LaserJet Pro CM1415fnw von HP schneidet hierbei am besten ab. Bei Dell zeigt sich, dass das Druckwerk Schwierigkeiten hat, eine gleichmäßige Fläche auch gleichmäßig auf das Papier zu bringen. Vor allem Grautöne wirken eher fleckig als einheitlich. Das Samsung-Druckwerk hat ein anderes Problem: Hier scheint die Entladung der Drucktrommel nicht sauber zu funktionieren, denn man sieht in Längsrichtung der gedruckten Seite eine Art Schatten der Strukturen, die auf der Trommel zuletzt belichtet waren. Ähnliches ist auch auf den Drucken von OKI zu beobachten, wenn auch nicht so ausgeprägt wie beim Samsung.

GESCHWINDIGKEIT
Geht es um die Geschwindigkeit von Laser oder LED-Druckern, wird noch viel zu sehr auf die Kopierleistung der Geräte geachtet, also auf die Anzahl der Seiten, die pro Minute gedruckt wird. Dieser Wert ist jedoch weniger wichtig als angenommen, denn die meisten Druckaufträge bestehen aus maximal zwei Seiten, und folglich ist viel interessanter, wie lange es dauert, bis eine oder zwei Seiten aus dem Gerät kommen. Die aktuellen Testergebnisse zeigen, dass schnelle Druckwerke hier Vorteile bieten, denn die beiden Geräte von OKI und Samsung drucken nicht nur die meisten Seiten pro Minute, sie geben auch die erste Seite eines Druckauftrags am schnellsten aus. Die Geschwindigkeit des Scanners ist wiederum ein ganz eigenes Thema. Hier steckt der im Vergleich kleine Dell 1355cnw die Konkurrenz locker in die Tasche, während das zweite kleine Gerät, der LaserJet von HP, sich beim Scannen am meisten Zeit lässt. Ein preiswerteres Gerät kann also langsamer sein als ein teures, aber auch schneller, was die Wahl des passenden Geräts für die eigenen Anforderungen nicht einfacher macht. Positiv fällt auf, dass alle vier Drucker die angegebenen Geschwindigkeiten bis auf geringe Abweichungen auch einhalten. Wie üblich zeichnet sich das Druckwerk von Fuji-Xerox dadurch aus, dass bei längeren Druckaufträgen während des Druckens kalibriert wird, was die Seitenleistung ein wenig verringert.

AUSSTATTUNG
Bei der Ausstattung der Geräte zeigt sich am ehesten ein Zusammenhang zwischen Anschaffungspreis und Bewertung. Die preiswerten Geräte im Test lassen schon mal die Papierkassette vermissen, wie im Fall von Dell. HP verzichtet dafür auf einen Einzelblatteinzug. OKI und Samsung spendieren ihren teureren Druckern beides, OKI rüstet inzwischen sogar alle Multifunktionsgeräte mit einem Duplex-Scanner aus. Eine zweite, optionale Papierkassette gibt es konsequenterweise nur für die beiden teuren Modelle im Test. Ebenso verhält es sich mit doppelseitigem Druck oder der Möglichkeit, den Druckerspeicher aufzurüsten – beides geht nur bei OKI und Samsung. Das Tonersystem ist wiederum preisunabhängig. Während bei HP und Samsung jeweils Tonerkassette und Drucktrommel für jede Farbe eine Einheit bilden, kann man bei OKI die einzelnen Toner wechseln. Beim Dell 1355cnw braucht man sogar nur den Toner zu wechseln, weil die anderen Komponenten die Lebenszeit des Druckers durchhalten sollen. Die Software-Ausstattung gibt bei HP ein wenig Anlass für Verärgerung, denn es wird kein Twain-Scannertreiber installiert, obwohl es einen solchen laut Handbuch geben sollte. Zum Scannen muss man in diesem Fall auf das HP-eigene Programm zurückgreifen oder die entsprechende Funktion im Druckerfenster des Betriebssystems nutzen.

BEDIENUNG
Die Bewertung der Bedienung stellt die Vermutung,dass teurer gleich besser sei, gründlich auf den Kopf. Das preiswerteste Gerät im Test, der LaserJet von HP, ist mit einem großen Farbdisplay ausgestattet, das noch dazu als Touchscreen die komplette Bedienung des Multifunktionsgeräts ermöglicht. Keines der monochromen Displays der anderen Testgeräte und keines der großen Tastenfelder kann es mit dem Bedienkomfort von HP aufnehmen. Der Wechsel von Papier und Toner funktioniert bei allen vier Geräten recht einfach. OKI hat die Tonerpatronen dahingehend verändert, dass beim Wechsel weniger Tonerstaub austritt. Im Fall des HP-LaserJets fühlt man sich ein wenig wie ein Beta-Tester, denn abgesehen vom fehlenden Twain-Treiber gelingt es auch nicht, aus Photoshop heraus Bilder zu drucken, die größer als 10 MByte sind – der Drucker gibt lediglich ASCII-Code aus, jedoch keine Bilder. Problemlos lassen sich die Bilder allerdings aus Apples Vorschau drucken.

FAZIT
Die Einzelbewertungen der vier Geräte zeigen kein einheitliches Bild. Das günstigste Gerät, der LaserJet von HP, bietet die beste Bedienung sowie die beste Druckqualität. Das zweite preiswerte Gerät im Test, der 1355cnw von Dell, scannt am schnellsten und mit am besten. Die beiden teuren Geräte haben ihre klaren Vorteile bei der Ausstattung, bei der Erweiterbarkeit und bei der tatsächlichen Druckleistung. Druckt man nur wenig, legt aber Wert auf eine möglichst einfache Bedienung oder muss viel undmöglichst schnell scannen, ist dennoch eines der beiden preiswerten Geräte die bessere Wahl. Klarer Testsieger nach Punkten ist der Multifunktionsdrucker MC361dn von OKI, weil er am meisten kann, gut zu bedienen ist und auch in Sachen Leistung ausgesprochen weit vorn liegt.
Guido Sieber/ok

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